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Französisches Flair in der Alten Dorfschule Rudow

»General de Boule« – Jean Pierre Santer zu Gast im Erzählcafé

Am 2. Februar 2023 fand das erste Erzählcafé in diesem Jahr in der alten Dorfschule Rudow statt. Unser Gast war Jean Pierre Santer, auch bekannt als General de Boule. Was lag näher, als bei solch einem Gast unsere Cafeteria mit den französischen Nationalfarben auf den Abend vorzubereiten. Blau-weiß-rote Servietten und Blumen, sowie eine Tarte aux pommes waren dazu angetan, das Publikum auf die Gesprächsrunde einzustimmen.

Jean Pierre ist im Sommer 1966 als französischer Soldat nach Berlin gekommen. Was ihn als erstes an dieser Stadt begeistert hat, war die Parade der westlichen alliierten Streitkräfte, die jedes Jahr an der Straße des 17. Juni stattfand. Wer kann sich noch erinnern an die farbenprächtigen und musikbetonten Aufmärsche? Ich bin geneigt zu sagen: das war sein Begrüßungskomitee.

Ja, da ein junger Mann in einer fremden Stadt auch mal etwas erleben möchte, ging er mit Kollegen ins Hofbräuhaus am Bahnhof Zoo. Da hat er sich erst einmal amüsiert über Männer in kurzen Lederhosen, war eine neue Erfahrung. Er sprach zu dieser Zeit noch kein Wort Deutsch, aber das hinderte ihn nicht, als er eine zierliche junge Frau sah, den Kontakt anzubahnen. Franzose halt. Hanne, seine zukünftige Frau, konnte aber mit Schulfranzösisch verstehen was er wollte. 1968 haben die Beiden geheiratet, auch das war damals nicht einfach so der Weg zum Standesamt. Ein alliierter Soldat durfte nicht ohne weiteres eine Deutsche heiraten. Anträge bis zur obersten Militärbehörde in Paris waren erforderlich. Aber alles hat sich gelohnt. Die Beiden sind noch heute ein glückliches Paar mit zwei fabelhaften Kindern.

Danach erfolgte ein Jahr Aufenthalt in Frankreich, aber da Hanne Heimweh bekam, ging es wieder zurück nach Berlin. Nun hatte seine Lebensplanung ein neues Gesicht bekommen. Im Alter von 30 Jahren musste er die deutsche Sprache und einen neuen Beruf erlernen. Er wurde Bestatter im Unternehmen seiner Schwiegereltern. Seine Schwiegermutter war für Jean Pierre eine große Hilfe beim Erlernen der neuen Herausforderungen.

Eigentlich hatte er jetzt fast alles, eine Familie, ein Haus, Beruf… aber es fehlte eine Boule Bahn, um ganz in Rudow anzukommen. Mit Hilfe des Bezirksamtes, der AG Rudow, der Firma Blisse und Peter Schamberg und sehr viel Eigenarbeit der Boule Gruppe konnte vor 22 Jahren die erste Boule Bahn gebaut werden. Heute hat das Boule Team fünf Bahnen hinter dem Schmiedeteich in Rudow. Jedermann-frau-kind darf auf diesen Bahnen spielen. Es handelt sich bei der Boule Gruppe um Jean Pierre nicht um einen Verein, aber wer regelmäßig spielt, sollte sich auch daran beteiligen, die Bahnen in Ordnung zu halten. Also z. B. den Kampf mit dem Unkraut und ähnlichem aufnehmen.

Der zweite Teil des Abends nach einer Pause war voll und ganz dem komplexen Thema der Boule Regeln, Kugeln, Mannschaften und Turniere gewidmet.

Das Publikum war sehr lebhaft und die Stimmung heiter und locker.

Es war ein schöner Abend – danke, Jean Pierre!



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